BGE (B)edingungsloses (G)rund (E)inkommen — emden09

Da hier die Antwort auf einen Kommentar meines letzte rebloggs geschrieben wurde, reblogge ich dies ebenfalls. Aber keine Angst, ich schreib auch schon noch mal was selbst 😉

Ja, es ist viel Arbeit da*. Aber gerade diese Arbeit zu bezahlen gelingt denen nicht, die durch Automatisierung (Computer und Roboter) Ihre Arbeitsplätze verlieren. Umschulung ist ein frommer Gedanke. Natürlich ist nicht jeder Müllwerker zur Pflegekraft geeignet, so wenig wie jeder Automechaniker als Chirurg oder Psychotherapeut. Abgekürzt: wie wir z.B. am Ruhrgebiet erkennen, dauert sogen. […]

über BGE (B)edingungsloses (G)rund (E)inkommen — emden09

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Old Economy schafft Arbeitsplätze!

Was soll ich dazu sagen. Alles wichtige wurde geschrieben. Vielen Dank dafür.

emden09

Warum tu‘ ich mir das immer wieder an. Lese ich doch heute früh einen Beitrag der FAZ: New Economy schafft Börsenwert, Old-Economy schafft Jobs. Ja Herr je, wie dumm ist diese vermeintliche „Erkenntnis“? Automatisierung, Computer wurden seit jeher benutzt, um Arbeit zu erleichtern, Arbeit zu vermeiden. Dabei fielen und fallen weiterhin Arbeitsplätze weg. Wenn all die Arbeit, die durch Computer wegrationalisiert wird, bei der Herstellung der Computer wieder entstünde, wo wäre der wirtschaftliche Nutzen? Wo wäre die Existenzberechtigung für die Computerindustrie?

Nein FAZ, so wird aus dieser Argumentation kein Schuh. Die Menschen, die sich ob in Wahlen oder wo auch immer gegen Fortschritt wenden, weil der Jobs ruiniere, wollen in Wirklichkeit keine Jobs! Menschen wollen eine Existenzgrundlage und Menschen wollen eine Aufgabe – kurz Teilhabe an der Gesellschaft. Jobs waren die Antwort der Old-Economy auf dieses Bedürfnis der Menschen. BGE ist die Antwort der New-Economy.

Tatsächlich schafft…

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Symptomatische Einhornschokolade

Einige wenige haben es sicher mitbekommen. Rittersport verkauft Einhornschokolade. Also hat verkauft. An einige wenige Glückliche. Beim ersten Onlineverkauf war die begehrte Schokolade binnen weniger Minuten restlos ausverkauft. Kurz darauf tauchten die ersten Verkäufe auf Ebay auf. Preise von 666 Euro und mehr (Stand 16.11.2016) waren möglich. Und die Leute bezahlen diese Preise.
Als Rittersport merkte, wie viele Menschen immer noch so gerne diese Einhornschokolade haben wollten, haben sie, auch um die Ebayleute auszuhebeln, eine neue Auflage produziert. Laut Angaben des Herstellers gar nicht so einfach, da hier spezielle Maschinen notwendig sind, die auch deutlich langsamer arbeiten. Sie haben außerdem ihre Web-Verfügbarkeit verbessert. Dann kam der Moment, wo die Schokolade online gehen sollte und die Menschen stürmten die Seite. In einem nie dagewesenen, unglaublichen Andrang. Die Server brachen wider Erwarten zusammen.
Mit Hochdruck arbeitete das Unternehmen daran, die Problematik zu beheben – sie wollten ja auch sehr gerne verkaufen. Ab und an kam auch eine Meldung in den sozialen Netzwerken. Das muss man als Unternehmen heutzutage, denn sonst gilt das als schlechte Kundenkommunikation. Inzwischen ist die Schokolade wieder ausverkauft.

Ich muss gestehen, die Kommentare der Kunden empfand ich persönlich sehr oft und sehr viel tiefgehender als schlechte Kommunikation. Da wurde beleidigt und geschimpft, was die Tastatur hergab, nur weil eventuell diese individuelle Person keine Schokolade bekommen könnte.
Freunde und Kinder wurden vorgeschoben. Es weihnachtet doch bald. Und wenn dann nicht diese Schokolade ….

… ja was dann? Hört die Welt auf, sich zu drehen? Stirbt einer? Ich meine, es ist nur Schokolade! Und verrückte Geschmacksrichtungen gibt es zu Dutzenden auf dem Markt. Es geht beim Schenken nicht darum, wer das tollste, beste, teuerste, pompöseste Geschenk auftreiben kann, sondern ums Herz. Den geliebten Menschen in den Arm zu nehmen oder die Zeit mit den Kindern zu verbringen, statt F5-drückend vor dem Rechner, das wäre tausend mal wertvoller gewesen.

Ich habe in den letzten Tagen erkannt, warum Menschen Kriege führen. Aus ganz simplen, niederen und vor allem gierigen Beweggründen. Die Angst, zu kurz zu kommen, macht aus ganz anständigen Menschen nicht nur verbale Monster. Angst ist und bleibt ein schlechter Ratgeber.

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Ausländer nehmen uns die Weihnachtsbäume weg!

Alle Jahre wieder, stets zur Weihnachtszeit
macht sich in den Köpfen braunes Denken breit.


Dieses Jahr heißt die aktuellste Sau, die durchs mediale Dorf getrieben wird, “die bösen Ausländer nehmen uns die Weihnachtsbäume weg”.

Der wahre Hintergrund ist, dass aus Kostengründen die norwegische Stadt Lillehammer der Stadt Düsseldorf nicht mehr, wie zuvor seit 35 Jahren, Jahr für Jahr einen gefällten Weihnachtsbaum schenken will.
In dieser Situation, in der eine neue Lösung gesucht wurde, hat eine Bürgerinitiative (!) den Vorschlag gemacht, statt einen gesunden Baum zu fällen, der bis zu 40 Jahre dafür wachsen muss, eine Tanne zu pflanzen und zukünftig jedes Jahr diesen Baum weihnachtlich zu schmücken.
Dieser Vorschlag fand bei grünen Politikern Anklang.

Insgesamt eine durchaus verständliche Überlegung. Kostenersparnis und Umweltschutz zusammen mit dem bewahren, weihnachtlicher Traditionen. Herz, was willst du mehr.

Für das braungefärbte Nazivolk fehlte da leider die Hetze. War aber kein Problem. Fluchs wurde aus einer berechtigten Überlegung die Aussage, ein gefällter Weihnachtsbaum sei vor dem Hintergrund andersgläubiger Flüchtlinge nicht mehr zeitgemäß. Zitat: “Deshalb, Finger weg von unserem Abendland.”
Im Netz wird dieses Thema nun als bitterböser Angriff auf die hochgelobten christlichen Werte betrachtet. Entsprechend bösartig wird gegen Flüchtlinge, Menschen ausländischer Herkunft und Andersgläubige gehetzt.  

Ich persönlich musste an dieser Stelle erst mal tief durchatmen.

Menschen, die sich sonst eher wenig um Religion im Allgemeinen und das Christentum im Speziellen kümmern, sehen plötzlich ihre Werte und Traditionen bedroht.

Nur, was sind das für Werte und Traditionen?

Der heilige Martin stammte aus einer römischen Provinz, die im heutigen Ungarn lag.
Der heilige Nikolaus stammte aus der römischen Provinz Lykien, die heute im der Türkei liegt.
Jesus von Nazareth, ein Jude, stammte aus Galiläa, heutiges Israel.
Die drei heiligen Könige aus dem Morgenland. Umstritten sind ihre Anzahl, die Namen, dass es Könige waren (eher Sterndeuter, Philosophen, Magier) und die Herkunft. Letztere wird mit größerer Wahrscheinlichkeit nach Persien also in den heutigen Iran verortet.
Der christliche Gott selbst ist mit großer Wahrscheinlichkeit in seinen Ursprüngen ein israelischer Wettergott und in seinen früheren Zeiten verheiratet.
Der Streitgegenstand selbst, der Weihnachtsbaum, hat übrigens mehr als einen Ursprung. Der Baum als solcher wurde im germanischen Heidentum als heilig verehrt. Ein Hain war eine Baumgruppe, in der verschiedene Gottheiten verehrt wurden.
Bei den Römern wurden Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeer geschmückt und im Mithraskult mit einem geschmückten Baum der Sonnengott geehrt.

Und doch bin ich ganz froh, dass nicht jede kostbare Tradition germanischer Völker mehr gepflegt wird. Nicht jeder würde heute noch einen bebutterten Suebenknoten tragen wollen. Auch wenn er bei den Sueben, welche den größten Teil Germaniens bewohnten, die typische Haartracht war, so beliebt, dass aus dieser traditionellen Haartracht mit der Zeit auch bei Nachbarvölkern eine Mode daraus wurde.
Auch die Abschaffung der Tradition der Menschen- und Tieropfer kann ich heute nur begrüßen.

Traditionen dienen den Menschen. Es sollte nicht umgekehrt sein. Sie sind dazu da, einen Ausgleich zu schaffen, wenn die Veränderungen des Lebens einen überfordern. Aber sie sind nicht auf ewige Zeiten zwingend. Dennoch hat es jeder selbst in der Hand welche Tradition wichtig ist und gepflegt wird. Vielleicht werfe ich auch dieses Jahr in jeder der 12 Rauhnächte eine Rune. Unter einem Gesteck aus Tannenzweigen, die beim Weihnachtsbaumhändler um die Ecke liegen geblieben sind.

Und das muss euch nun eine germanisch-naturreligiöse Heidin mitteilen. Da denken wir doch alle mal ein wenig drüber nach.


Quellen:

https://www.welt.de/regionales/nrw/article159331247/Gruene-hadern-mit-Weihnachtsbaum-vor-Duesseldorfer-Rathaus.html
https://blog.halle-leaks.de/gruene-bekaempfen-christbaum-als-unzeitgemaess/ (Achtung: rechtspopulistische Hetzseite)
https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_von_Tours?wprov=sfla1
https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra?wprov=sfla1
https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_von_Nazaret
https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Drei_K%C3%B6nige
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das
bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/jahwe/ch/116b273e55d13db9cf192fbdab85107d/#h13
http://www.at1.evtheol.uni-muenchen.de/forschung/projekte/daten/mueller_jahwe.html
https://www.welt.de/kultur/article112208654/Gottes-geschiedene-Frau-heisst-Aschera.html
http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2012-12/geschichte-weihnachtsbaum
https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsbaum
https://de.wikipedia.org/wiki/Suebenknoten
http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-15440/fakt-oder-fantasie-mythos-8-menschenopfer_aid_433665.html
http://www.efeutraum.com/2015/12/03/die-germanischen-wurzeln-des-weihnachtsfestes/

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Schrulliger alter Mann – Gedicht

Im Internet macht derzeit ein Gedicht eines alten Mannes die Runde. Er lebte und starb in einem Pflegeheim. Die folgenden Zeilen, die im Original englischsprachig sind, fanden die Pfleger, als sie nach seinem Tod das Zimmer aufräumten. Es soll so viele Menschen wie möglich erreichen, um uns allen vor Augen zu führen, dass auch die ganz Alten einmal jung waren. Das sie gelebt, geliebt, gelitten und gelacht haben.

Cranky Old Man

What do you see nurses? . . .. . .What do you see?
What are you thinking .. . when you’re looking at me?
A cranky old man, . . . . . .not very wise,
Uncertain of habit .. . . . . . . .. with faraway eyes?
Who dribbles his food .. . … . . and makes no reply.
When you say in a loud voice . .’I do wish you’d try!‘
Who seems not to notice . . .the things that you do.
And forever is losing . . . . . .. . . A sock or shoe?
Who, resisting or not . . . … lets you do as you will,
With bathing and feeding . . . .The long day to fill?
Is that what you’re thinking?. .Is that what you see?
Then open your eyes, nurse .you’re not looking at me.
I’ll tell you who I am . . . . .. As I sit here so still,
As I do at your bidding, .. . . . as I eat at your will.
I’m a small child of Ten . .with a father and mother,
Brothers and sisters .. . . .. . who love one another
A young boy of Sixteen . . . .. with wings on his feet
Dreaming that soon now . . .. . . a lover he’ll meet.
A groom soon at Twenty . . . ..my heart gives a leap.
Remembering, the vows .. .. .that I promised to keep.
At Twenty-Five, now . . . . .I have young of my own.
Who need me to guide . . . And a secure happy home.
A man of Thirty . .. . . . . My young now grown fast,
Bound to each other . . .. With ties that should last.
At Forty, my young sons .. .have grown and are gone,
But my woman is beside me . . to see I don’t mourn.
At Fifty, once more, .. …Babies play ‚round my knee,
Again, we know children . . . . My loved one and me.
Dark days are upon me . . . . My wife is now dead.
I look at the future … . . . . I shudder with dread.
For my young are all rearing .. . . young of their own.
And I think of the years . . . And the love that I’ve known.
I’m now an old man . . . . . . .. and nature is cruel.
It’s jest to make old age . . . . . . . look like a fool.
The body, it crumbles .. .. . grace and vigour, depart.
There is now a stone . . . where I once had a heart.
But inside this old carcass . A young man still dwells,
And now and again . . . . . my battered heart swells
I remember the joys . . . . .. . I remember the pain.
And I’m loving and living . . . . . . . life over again.
I think of the years, all too few . . .. gone too fast.
And accept the stark fact . . . that nothing can last.
So open your eyes, people .. . . . .. . . open and see.
Not a cranky old man .
Look closer . . . . see .. .. . .. …. . ME!!


Deutsche Übers
etzung:

Schrulliger alter Mann

Was seht Ihr, Krankenschwestern?  … Was seht Ihr in mir?
Was denkt Ihr  … wenn Ihr versucht, mich anzusprechen?
Ein verschrobener alter Mann  … nicht sehr klug,
Unsicher in seiner Gewohnheit  … mit welchem Blick?
Er fingert in seiner Nahrung  … und gibt keine Antwort.
Wenn Du mit einer sehr lauten Stimme sprichst:  …  “Ich wünschte, du würdest es alleine versuchen!”
Er scheint nichts zu bemerken,  … von den Dingen, die Du tust.
Und ewig verliert er etwas  … eine Socke oder einen Schuh?
Manchmal leistet er Widerstand oder nicht  … kannst Du mit mir tun, was Du willst?
Mit Bädern und Fütterung  … Deinen langen Tag zu füllen?
Ist es das, was Du denkst?  … Ist es das, was Du siehst?
Dann öffne Deine Augen, Krankenschwester  … Du siehst mich nicht!
Ich werde Dir sagen, wer ich bin  … während ich hier sitze so still,
Als ich nach Deiner Pfeife tanzte  … und mich Deinem Willen beugte, um zu essen.
Ich war einst ein kleines Kind  … ich hatte auch einen Papa und eine Mama.
Brüder und Schwestern  … die einander liebten.
Ich war mal ein Junge von sechzehn  … mit Flügeln an den Füßen
Mit Träumen, dass er nun bald  … die Liebe seines Lebens treffen werde.
Ein Bräutigam mit fast zwanzig  … mein Herz tanzte und war glücklich.
Erinnerung an das Gelübde,  … das ich zu halten versprach.
Mit fünfundzwanzig  … bin ich der Herr meines eigenen Lebens.
Niemand braucht mich zu lenken  … und ich habe ein sicheres glückliches Zuhause.
Ein Mann von dreißig  … ich bin schnell gewachsen,
Aneinander gebunden an meine Frau und Kinder  … mit Bindungen, die dauern sollen.
Mit vierzig, meine Söhne  … aufgewachsen und gegangen,
Meine Frau ist immer an meiner Seite  … wir sind glücklich und wir haben uns.
Mit Fünfzig noch mal:  … Babies krabbeln und spielen um meine Knie,
Ach, wir kennen doch die Kinder  … meine Liebste und ich
Dunkle Tage sind nun gekommen  … meine Frau ist tot.
Ich schaue in die Zukunft  … und mich schaudert vor Angst.
Für meine Kinder  … sind ihre eigenen Kinder das Wichtigste.
Und ich denke an all die vergangenen Jahre  … und die Liebe, die ich kannte.
Ich bin jetzt ein alter Mann  … und die Natur ist grausam.
Es jetzt bis ins hohe Alter zu schaffen  … und wie ein Narr aussehen.
Der Körper zerfällt mir  … Gnade und Kraft, sind weggefahren.
Jetzt ist dort nur ein Stein  … wo ich einst mal ein Herz besaß.
Aber in diesem alten Körper  … wohnt noch immer ein junger Mann.
Und hin und wieder  … schwillt mein angeschlagenes Herz
Ich erinnere mich an die Freude  … ich erinnere mich an den Schmerz.
Und ich liebe und lebe  … das Leben immer noch und jeden Tag auf das Neue.
Ich denke an die Jahre, die allzu wenigen  … sie sind zu schnell gegangen.
Und akzeptiere die nackte Tatsache,  … dass nichts ewiglich dauern kann.
Also öffnet Eure Augen, ihr Menschen  … und seht!
Nicht ein verschrobener alte Mann  …
Schaut näher hin  …  seht  …  MICH!

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Samhain feiern

Die meisten, die meinen Blog lesen wissen, dass ich auch eine spirituelle Seite pflege – meinen Efeutraum. Seit neuestem biete ich dort auch verschiedene Veranstaltungen an und nun auch *Trommelwirbel* mit mir gemeinsam Samhain als Jahreskreisfest zu feiern.

Wer jetzt neugierig geworden ist, findet weitere Informationen über das wo, wann, wie unter Jahreskreisfest – Samhain

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Marsch für das Leben

Da scroll ich so nichtsahnend durch meine Twitter-Timeline, da wird er reingespült. dieser Tweet, der sich abhebt. Der imaginäre Signalfarbe trägt. Ein Artikel gegen den „Marsch für das Leben“. Etwas, das gegen etwas ist, dass so positiv klingt? Also lese ich den Artikel und google nach „Marsch für das Leben“.

Auf dieser Veranstaltung treffen sich Abreibungsgegner, zumeist christlich und insbesondere katholisch um klar zu stellen, dass jeder Mensch das Recht auf Leben haben sollte.

Menschenrechte für alle. Es sei denn, dieser Mensch ist weiblich und weigert sich, ein Kind auszutragen?

Eine Bekannte von mir kann potentiell schwanger werden, wird ein solches Kind jedoch nur mit Behinderungen auf die Welt bringen. Möglicherweise wird es sie dabei umbringen. Denn aufgrund eigener körperlichen Behinderungen hat sie nicht den notwendigen Platz in ihrem Körper und aufgrund eines Herzfehlers auch nicht die Kraft.

Die verheiratete Frau, die gerade alles daran gesetzt hat, ihren Mann zu verlassen, weil er sie verprügelt und vergewaltigt hat, soll gegen ihren Willen dieses Kind austragen, obwohl sie nichts besitzt, als die Kleidung am Leib und eventuell den Sofa-Schlafplatz bei einer Freundin?

Das Mädchen, dass feststellt, dass ihr Freund die Kondome mit Nadeln heimlich perforiert hat, damit er eine Aufenthaltserlaubnis erzwingen kann, während sie mit Depressionen zu kämpfen hat, soll zur Austragung gezwungen werden, obwohl ihr von Seiten der Familie auch auf körperlichem Weg klar gemacht wird, dass sie keine Hilfe zu erwarten hat?

Was ist so schwer daran, jeden Menschen selbst entscheiden zu lassen? Ich werde nicht hingehen und sagen, Du musst abtreiben. Aber ich will auch nicht bevormundet werden mit dem Satz: Du musst ein Kind austragen.

Jene, die glauben, das Recht dazu zu haben, über andere, bereits auf dieser Erde lebende Menschen, insbesondere Frauen, zu bestimmen, bezeichnen Die Frauen, die sich für eine Abtreibung entscheiden, als Nazis. Mit Sachlichkeit hat das nichts mehr zu tun. es ist eine rein emotionale Argumentation. Das nennt man Angst.

Angst vor einer anderen Sichtweise. Die möglicherweise nicht perfekt zur eigenen Sicht auf die Dinge der Welt passt.

Ginge es diesen Menschen wirklich um das Leben von Kindern, könnte ich kaum glücklicher sein, wenn diese Menschen sich erst einmal um die Kinder kümmern würden, die bereits auf der Welt sind und Leid erfahren müssen. Selbst in Deutschland gibt es so unsäglich viele Kinder in Familien, wo sie nicht willkommen, sondern gehasst sind. Es zerreißt einem das Herz, wenn solche Eltern ihre Kinder mit Beruhigungsmitteln vollstopfen, damit sie ruhig sind und die Eltern in Ruhe Fernsehen können. Schlimmere Dinge kenne ich zum Glück nicht aus dem nahen Umfeld. Aber jeder hat auch schon von Kindern, die in Drogenfamilien aufwachsen müssen gehört. Es ist ein Glück für diese Kinder, wenn sie endlich ihren Familien weggenommen werden. Aber es hat Seltenheitswert, wenn diese Kinder eine wirklich liebevolle Familie bekommen.

Wir leben auf einem Planeten mit 7 Milliarden Menschen. Es gibt Länder, in denen die Hälfte davon am besten eliminiert gehört, oder weggesperrt. Weggesperrt vom Leben. Ich wünschte, es wäre anders, aber das ist es nicht.

Ein Kind sollte geliebt sein. Willkommen sein. Es ist ein Geschenk und ein Ja zum Leben. Es sollte nicht gehasst werden.
Es gibt so viele Kinder, die sich wirklich wünschen: Ach wäre ich nie geboren worden. Weil ihre Eltern aus Dummheit, Faulheit, Ignoranz oder aber auch auf gesellschaftlichen, kulturellen oder religiösen Druck dieses Kind auf die Welt gebracht haben.
Es gibt mindestens ebenso viele Kinder, die in Heimen oder in unerfreulichen familiären Situationen sind und sich von Herzen wünschen, geliebt zu werden. Hört auf, die Frauen zu drangsalieren, die möglicherweise aus ihrer Sicht einen sehr guten Grund haben, eine Schwangerschaft abzubrechen. Kümmert euch um die Leben, die bereits da sind.

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Warum ich Heidin bin und nicht Christin

Während das Christentum festgeschriebene Gesetze hat, wie der Glaube auszusehen hat, ist das Heidentum da ziemlich frei. Da gibt es das germanische bzw. nordische Heidentum, das keltische, das ägyptische, usw. Da gibt es die Naturreligionen oder den Glaube an Gott und Göttin im Wicca und streng genommen kann auch der Glaube an das fliegende Spagetti-Monster unter die Definition Heidentum fallen.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es ein Gesetz gibt, was alle eint: “Schadet es keinem, dann tu was du willst.”
Was jedes Lebewesen inklusive mir selbst einschließt. Zu tun was ich will, heißt im übrigen nicht, “folge jeder Launenhaftigkeit”. Sondern “wisse, was dein wahrer Wille ist und dann gehe dementsprechend deinen Weg”.

Für mich habe ich meinen Weg im Naturglauben mit Sympathie zur ägyptischen und nordischen Götterwelt wiedergefunden.

Das Christentum ist sehr jenseitsorientiert. Natürlich darf auch ein Christ erfüllt leben. Dennoch ist alles darauf ausgerichtet, einen Platz im Paradies zu sichern.
Das Heidentum betrachtet die hiesige Erde als das Paradies. Mit all ihren Sonnen- und Schattenseiten.
Der Heide wird nicht auf die Idee kommen zu fragen: “Warum tut uns Gott das an?”
Der Heide weiß, dass so genannte schlechte Erfahrungen lediglich Lektionen sind, die ihn formen sollen. die ihm helfen sollen, seinen wahren Willen zu erkennen.

Während im christlichen Glauben Jesus für die Erbsünde jedes einzelnen sterben musste, ist im Heidentum jeder für sich selbst verantwortlich. Die Natur und das göttliche Universum sind eins. Dem Heiden ist bewusst, dass er ein Teil davon ist. Schadet er der Natur, schadet er sich selbst. Schadet er einem anderen Menschen, schadet er sich selbst.
Die Konsequenz erfolgt nicht beim jüngsten Gericht, sondern sofort. Möglicherweise erkenne ich sofort, welche Folgen mein Handeln hat, aber im Grunde meines Herzens weiß ich sehr wohl, ob meine Handlung gerade gemäß meinem Gesetz oder dagegen war: “Schadet es keinem, dann tu was du willst.”

Der Heide, egal welcher Ausrichtung kommt in den allermeisten Fällen damit klar, dass alle Götter bzw. sonstigen Entitäten einen gemeinsamen Ursprung haben, bzw. dass es auch andere Götter gibt, als jene, die er selbst gerade verehrt. Er kann also in den meisten Fällen auch damit leben, zu sagen, dass der christliche Gott ebenfalls diesen Ursprung hat. Der Christ tut sich damit allein deswegen damit schwer, weil sein Glaube es ihm verbietet: “Du sollst keinen Gott neben mir haben.”

Während es im Christentum, aber auch in vielen anderen Religionen, üblich ist, eine Kirche bzw. einen Tempel zu haben, ist es im Naturglauben die offene Natur. Vielleicht ein geheiligter Platz, ein Steinkreis, etc. Aber die natürlichen Elemente werden nicht ausgesperrt, da sie wichtiger Bestandteil des jeweiligen Ortes sind.

In den Buchreligionen, zu denen das Christentum gehört, sind viele verschiedene Ereignisse, Fabeln und Anleitungen schriftlich festgehalten, die dem Gläubigen zeigen sollen, was sein Glaube ausmacht, wie er sich zu verhalten hat und was er bei gutem oder schlechtem Verhalten zu erwarten hat.

Gerade im Naturglauben wäre das kontraproduktiv, da er sich am Rhythmus der Natur orientiert. Ständige Veränderung sind hier nicht eine Schwierigkeit sondern der gewollte Ablauf. Daher macht es keinen Sinn, etwas schriftlich zu fixieren.

Religionsstifter, wie in den Buchreligionen, fehlen im Naturglaube ebenfalls gänzlich. Die Natur selbst ist der Lehrmeister, welcher mitunter sehr streng sein kann.

In den abrahamistischen Religionen soll sich der Gläubige die Erde untertan machen. Das ist vermutlich im Ursprung sehr nobel gedacht gewesen – mehr wie ein Elternteil, welches liebevoll über die Erde wacht und nur wohlwollend eingreift. Leider herrscht hier bei manchen Menschen ein trauriges Missverständnis vor.
Der Naturglaube betrachtet den Menschen als Teil des gesamten Netzwerkes. Nicht mehr oder weniger wichtig, als alles andere. Der Mensch hat exakt den selben Stellenwert, wie ein Stein, eine Amöbe oder ein Adler.

Entweder der Gott den die Christen anbeten ist ebenso liebend, wie das göttliche Universum und die meisten der schillernden göttlichen Persönlichkeiten, die im Heidentum zu Hause sind – dann hat er kein Problem mit meiner Lebensführung oder meinem Glauben.
Oder aber der Gott den die Christen anbeten ist eifersüchtig und jähzornig, wie er in einigen Passagen der Bibel dargestellt wird – dann ist er nicht mein Gott. Ein Ort mit dieser Entität kann für mich kein Paradies sein.

Ich habe meinen Weg gefunden. Jeder der seinen Weg gefunden hat, darf sich glücklich schätzen, denn er darf ohne Zweifel leben. Und genauso sollte es sein.

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AFD in schwarz-weiß

Weil vorhin die Debatte kam, das die AFD nicht rechts sei (gefolgt von ganz vielen Aussagen, warum Ausländer und ganz speziell Muslime supersuperböse sind), hier noch mal eine Zusammenfassung.
Wer will, darf sie lesen. Aber ich habe keine Lust mehr, in 140-Absätzen auf Anschuldigungen zu reagieren und festzustellen, dass meine Antworten einfach weggewischt werden, wogegen ich mir die Mühe machen soll, ganze Artikel zu lesen und nach Personen und Gegebenheiten zu recherchieren.

Hier nun eine bescheidene Übersicht, zu den rechten bis rechtsextremistischen Verbindungen der AFD:

In der „Alternative für Deutschland“, so betonen Funktionsträger der Partei, sei kein Platz für Rechtsextreme. Nichts desto trotz sehen das deutschlandweit einige Rechtsextreme anders. AfD-Chef Bernd Lucke spricht von  „relativ vielen Einzelfälle“ (BAMS, FAZ).  Wir haben ein paar zusammengetragen, vornehmlich aus den letzten Monaten.

Mitglieder aus rechtsextremen Vereinigungen

NPD:

  • Björn J. Neumann kandidierte 2011 in Hamburg bei der Bürgerschaftswahl für die NPD, ist jetzt bei der AfD – Parteiausschlussverfahren läuft (bnr).
  • Martin Hering, im September 2014 noch AfD- und NPD-Mitglied, Betreiber eines „nationalen Versandhauses“. Soll jetzt aus der AfD ausgeschlossen werden. (Störungsmelder).
  • Richard Jürgen Uhlemann aus Dippoldiswalde war ebenfalls Mitglied der NPD und langjähriges Fördermitglied der AfD. Er wurde aus der Partei ausgeschlossen (Störungsmelder).

Pro Deutschland:

  • Sven Schröder, heute für die AfD im Brandenburger Landtag (BILD)

Wiking Jugend:

  • Hans Holger M., Mitglied AfD Sachsen, war in den in den 1990er-Jahren in der rechtsextremen „Wiking Jugend“ aktiv war (Anonymous Austria)

Rechtsextreme Bands:

  • Paul M., Musiker der Band „Blitzkrieg“ mit eigenem Label, gegen den auch in „Blood & Honour“-Zusammenhängen ermittelt wurde, ist Mitglieder AfD Zwickau (Anonymous Austria). Inzwischen hat er die Partei verlassen.

Rechter Lifestyle:

  • Sven Asmus betreibt „Rottweiler Ink“, einen in der rechten Szene beliebten Bekleidungsversand, und ist AfD-Mitglied im Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Störungsmelder)

Witikobund:

  • Andreas Kalbitz, Landtagsabgeordneter Brandenburg (bnr)

 

Quelle: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/was-ist-eigentlich-rechtsextrem-der-afd-9749

Lese ich das Parteiprogramm der AFD vom 1. Quartal 2016 finde ich ab Seite 42 wohlverpackt die Aussage, dass Flüchtlinge, unabhängig ob politisch verfolgt oder aus Kriegsgründen, in Deutschland nichts zu suchen haben. Ich kann nicht sagen, dass ich mit dem europäischen Weg, diese Flüchtlingssituation zu meistern, vollends glücklich bin. Aber ich bin auch nicht glücklich damit, dass Deutschland weiter Waffen exportiert. Und in dieser Verantwortung müssen wir uns um die Menschen, die nun einmal hier gelandet sind, respektvoll kümmern.

https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/7/2016/03/Leitantrag-Grundsatzprogramm-AfD.pdf

Wer mehr wissen will, darf gerne selbst google bemühen.

Zum Thema Muslime vs. Christen vs. Inländer vs. Ausländer habe ich eine ganz persönliche Meinung, gebildet aus ganz subjektiven Erlebnissen.

Als ich gejagt, gemobbt, verprügelt, bestohlen wurde, hatte ich wenig Gelegenheit, zu prüfen, welcher Abstammung meine Täter waren. Von Ort und Zeit ausgehend, vermute ich aber, dass es Deutsche waren.
Jetzt könnte ich ebenso hingehen und sagen, alle Menschen, die mir in irgend einer Art, ob verbal oder körperlich, Gewalt angetan haben, sollten ebenso des Landes verwiesen werden. Das würde manches vereinfachen, aber keine Probleme lösen. Die Probleme wären verlagert. Ins Unsichtbare verschoben. Aber sie wären immer noch da.

Tatsache ist, dass die wenigsten Menschen einem anderen Menschen Schaden zufügen, nur um des Schaden willens. Die Ursache sind meist die persönlichen Ängste, Hemmungen und Unsicherheiten des Täters. Fehlende oder misslungene soziale Bildung. Und ja, auch Extremismus in jeder Form. Und hier hilft nur, mit sehr gut psychologisch geschultem Personal in gesicherter Umgebung daran zu arbeiten. Ich weiß, dass es nicht immer funktioniert, weil nicht jeder Mensch bereit ist, an sich zu arbeiten. Es tut mir sehr leid festzustellen, dass diese Menschen dann leider weggesperrt werden müssen. Dennoch bleibe ich dabei, dass Frieden und Harmonie nicht mit Krieg und Gewalt gewonnen werden.

Wenn ich heute in der Öffentlichkeit meiner Arbeit als Hexe nachgehe (An dieser Stelle darf einmal herzlich gelacht werden, wenn das Bedürfnis da ist. Mir ist diese Arbeit aber wichtig und anderen hat sie bereits geholfen.), sind es 90% extreme Christen, die mich am liebsten mit Bibeln steinigen würden. Bis jetzt war eine Muslima dabei. Und die war zumindest höflich.

Im Gegenzug dazu ist eine sehr gute Freundin von mir Baptistin. Sie weiß genau, was ich bin und was ich mache. Und sicher sieht sie manches anders, als ich. Aber wir respektieren uns gegenseitig und geben uns Unterstützung auf unserem jeweiligen Weg.

Als ich mein Abitur in der Abendschule nachholte, war der Ausländeranteil in meiner Klasse deutlich größer. Sicher gab es unter den Muslimen einige, die eine gelinde gesagt anstrengende Sicht gegenüber Frauen hatten. Das traf auf unseren streng-katholischen Mehrfach-Wiederholer aber ebenso zu. Ebenso gab es unter Christen und Muslimen eine deutliche Mehrheit, die einfach friedlich miteinander umgehen konnten. Egal ob Männlich oder Weiblich. Ich als Heidin – sprich: weder christlich, noch muslimisch – wurde von beiden Lagern respektvoll behandelt. Bzw. in den allermeisten Fällen spielte die Religion schlicht keine Rolle.

Eine weitere Freundin von mir war türkische Muslima. Zu ihrem Geburtstag war ihre gesamte Familie da, ebenso ihr Freundeskreis. es hat keiner gefragt: Bist du Christ? Atheist? Muslim? Jude? Heide? Buddhist? Wir hatten wundervolle Stunden und zum Abschied gab es Umarmungen und Küsschen.

Ein anderes Mal lud die muslimische Gemeinde alle(!) die ihnen über den Weg liefen ein, mit ihnen das Zuckerfest zu feiern. Für den Abend waren riesige Festzelte aufgebaut worden. Der Herr, der mich und meine Begleitung dazu einlud, bat darum, dass wir auch den Obdachlosen am Bahnhof Bescheid geben sollten, denn es gäbe kostenloses Essen für alle, soviel jeder mag. Wer wollte und konnte, gab eine Spende nach eigenem Ermessen. Wer nicht, ließ es.

Glaube, Religion und Herkunft spielen genau genommen keine Rolle. Diese Anekdoten stehen als Beispiel dafür hier, dass es bereits jetzt verschiedene Glaubensrichtungen in Deutschland gibt. Und das es unerheblich ist, welchem Glauben ein Mensch angehört oder woher er stammt, wenn er nur anständig ist.

Es kam auch die Frage auf, ob ich, ob meiner liberalen Haltung, Ehen und Sex mit minderjährigen/neunjährigen dann gut heiße.

Nein.
Aber auch hier muss direkt wieder differenziert werden. Wann genau ein Mensch volljährig ist, hängt von dem Staat ab, in dem er lebt. Bis 1975 war man in der BRD erst mit 21 volljährig. Einen Steinwurf weiter war man in der ehemaligen DDR bereits ab 1950 schon mit 18 volljährig.
Beispielsweise im Jemen ist man bereits mit 16 volljährig, in vielen anderen Ländern immer noch erst ab 21.
Im europäischen Mittelalter dagegen war ein Mädchen mit 12 Jahren sowie ein Junge mit 14 Jahren heiratsfähig und somit volljährig.

Ich kenne einen Fall wo eine Mutter sich von Herzen wünschte und auch einiges daran setzte, dass dieser Wunsch umgesetzt wurde, ihre vierzehnjährige Tochter möge am besten gestern schwanger werden, damit sie möglichst früh Oma werden kann. Innerhalb einer deutschen Familie.

Ich kenne auch den Fall, wo das fünfzehnjährige Mädchen sich unsterblich in den dreißigjährigen Mann verliebt hat. Inzwischen sind sie seit mehreren Jahren glücklich verheiratet.

Das Kinder vor verfrühtem Geschlechtsverkehr geschützt werden müssen, steht außer Frage. Sowohl die physische, als auch die psychische Gesundheit wären sonst sehr gefährdet. Das ist aber auch wieder eine Frage des Anstands und der Vernunft. Ein Mensch kann sich entscheiden, ein Kind zu schützen oder nicht. Völlig unabhängig von Religion, Glaube und Herkunft.

Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass Anhänger von AFD, Pegida, sowie ganz besonders den rechtsextremen Parteien ein Problem damit haben, zu akzeptieren, dass nichts rein gut oder rein böse ist. Es gibt kein schwarz oder weiß. So leid es mir tut, aber wir müssen wohl akzeptieren, dass die Welt aus feinen Abstufungen von grau besteht. Und ansonsten sehr bunt ist.

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Ich lebe

Felis Shotting 25.2.2014 468Wenn ich mich heute sehe, so sehe ich eine Frau, die in den meisten Fällen weiß, wer sie ist und sich in den anderen Fällen gerne überraschen lässt. Ich sehe jemand, der in der Lage ist, sich selbst wichtig, wertvoll und schön zu finden. Ich weiß, was ich kann, was ich nicht kann und was ich lernen kann.

Das war nicht immer so. Es gab Zeiten in meinem Leben, da wollte ich gerne tot sein. Am schlimmsten war es in meiner Schulzeit. Ich war nicht die einzige, die sich über mein Ableben gefreut hätte. Mit Sätzen wie: „Spring von der Brücke, dann wird die Welt ein schönerer Ort“ hatte man mich dazu gebracht, auf den Bahngleisen zu gehen. Eine Freundin war bei mir. Die einzige Person, die mich wirklich kannte. Und der es ähnlich ging.
Ich weiß noch, wie der Zug kam und wir panisch die Böschung hochsprangen. Wir wollten leben. Was wir nicht wollten, war dieses Leben.

Felis Shotting beschnitten 25.2.2014 162 (70)   aIch weiß heute nicht mehr was der Auslöser war, aber vor gar nicht so vielen Jahren begriff ich, wie gut es mir ging und heute noch geht. Ich hatte damals in der Schulzeit und auf den Gleisen zumindest diese eine Freundin, die immer zu mir hielt. Sie war bei mir, als ältere Kinder meinen Kopf gegen die Schulmauer schlugen, bis mir fast schwarz vor Augen war. Sie erfand mit mir gemeinsam Geschichten, in die wir uns flüchteten, wenn wir niemand anderes fanden, der unsere Sicht auf die Welt verstand. Ich liebte ihre Bilder, die mich träumen ließen, dass es irgendwo schön sein könnte.

Im Laufe der Jahre gewann ich neue Freunde. Anscheinend hatte das Schicksal bemerkt, dass ich es nicht ganz alleine schaffte und schickte mir diese kostbaren Menschen immer genau dann, wenn ich sie brauchte.Felis Shotting 25.2.2014 210
Die Freundin, die mir beistand, als ich von dem ersten Mann, den ich liebte, verraten wurde und mir den Weg in die Magie zeigte.
Die Freundin, die mit mir gemeinsam mein Abitur in Abendschule meisterte und mich immer wieder motivierte, wenn ich glaubte, zusammenbrechen zu müssen.
Ebenso die Freundin, die mir erst einen neuen Zugang zu Spiritualität zeigte und dann eine Stütze für mich war, als ich von meinem damaligen Partner verlassen wurde – das Beste, was mir zu diesem Zeitpunkt passieren konnte.
Eine Freundin, die ich erst im zweiten Anlauf als Freundin erkannte und wo ich mich heute umso mehr freue, dass wir uns zusammengerauft haben. Die mir immer wieder neue Sichtweisen zeigt, ohne mich belehren zu wollen.
Ein guter Freund, bei dem ich manchmal denke, dass wir uns schon einige Leben vorher gekannt haben mussten, denn eine echte Kennenlernphase brauchten wir nicht.
Mein Partner, der mir ebenso auch ein Freund ist, denn ich muss mich für ihn nie verstellen. Der mich liebt, egal wie schwach, stark, laut, leise, verrückt oder sachlich ich bin.
Felis Shotting beschnitten 25.2.2014 162 (601) bIch habe heute noch weitere wunderbare Freunde, die in genau dem richtigen Moment mit einem Satz, einem Blick oder einer freundlichen Geste zeigen, dass alles Gut ist und dass alles auch einen Sinn hat.

In meinem Leben gab es auch Menschen, die kamen, um wieder zu gehen. Jeder hatte seine Aufgabe für mich. Lektionen, die ich zu lernen hatte. Und genau diese Lektionen haben mich zu der Frau dort im Spiegel gemacht. Wer weiß, wo mein Mitgefühl wäre, wenn ich nicht diese Schulzeit gehabt hätte. Oder die Menschen in meinem Leben, die mir Kummer bereitet hatten. Ich weiß heute, dass kein einziger dieser Menschen mir Schmerz zufügen wollte, um des Schmerzen willens. Die einen brauchten Ventile für ihren eigenen Schmerz, die anderen sahen einen Menschen in mir, der ich nicht war. Wieder andere hatten zur Aufgabe, mich an Wissen oder Orte zu bringen, an die ich ohne sie nicht gelangt wäre.

Ich bin heute so stark, weil ich dankbar bin. Für die Lektionen meines Lebens, wie für die Freuden. Ich könnte die Freuden nie so uneingeschränkt genießen, wenn ich nicht auch erfahren hätte, was Leid ist.

Felis Shotting beschnitten 25.2.2014 162 (568)   d

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