Eine Sache, die ich nicht verstehe

Es gibt eine Sache, die ich nicht verstehe: Wie ein Mensch ein Nazi, ein Rechter, ein Ausländerhasser sein kann.

Ich kann verstehen, dass Menschen ihre Heimat lieben und sie bewahren wollen.
Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die ihre Traditionen weiterführen wollen.
Ich kann verstehen, dass Menschen Angst vor dem Unbekannten haben.
Ich kann verstehen, dass Menschen einzelne andere Menschen nicht mögen.

Doch dann gibt es Begriffe, wo ich mich frage, ob die Nutzer sich je Gedanken über ihre Verwendung gemacht haben.

Überfremdung: Wir leben in einem Land, welches aus Sachsen, Angeln, Allemannen, Franken, Goten, Wenden, Sueben, Catten, Friesen, Kelten und zahlreichen weiteren germanischen Stämmen zusammengewürfelt wurde, in welches auch immer wieder andere Völker einwanderten, bzw. dessen Bevölkerung selbst auch immer wieder auswanderte. Fremd ist nur etwas, was noch nicht so lang dabei war. Aber das deutsche Volk ist alles andere als eine homogene Masse.

Patriotismus: Eigentlich soll dieses Wort die Liebe zum Land und den Wunsch, dieses zu verteidigen ausdrücken. Darüber hinaus den Stolz in diesem Land geboren worden zu sein. Nur realistisch betrachtet, braucht der normale Bürger nichts verteidigen. Es sei denn, ihn stört die Überfremdung. Und in diesem Land geboren worden zu sein ist nichts, wozu seine Einwohner etwas beigetragen haben. Es passiert einfach. Jeder einzelne Mensch wird auf, oder im besonderen Fall über irgend einem bestimmten Flecken Erde geboren. Es ist schön zu wissen, wo das ist, macht aus einem jedoch weder einen besseren, noch einen schlechteren Menschen. Deutschland als eine Region zu lieben, geht auch ohne Patriotismus.

Traditions- und Kulturverlust: Ich sag es immer wieder. Traditionen und Kultur kann man nicht verlieren. Entweder ich lebe sie oder ich lebe sie nicht. Entweder ich feiere Weihnachten, Geburtstage, Namenstage, Sommersonnenwende, Walpurgis, Pessach, trage Krachlederhosen, Dirndl, Surcot, Bollenhut, Friesennerz oder nicht. Entweder ich sage guten Tag, grüß Gott, Moin oder eben nicht. Es komplett meine Entscheidung. Und wenn sich sehr viele Menschen dagegen entscheiden, dann stirbt eben eine Tradition oder ein Kulturbestandteil aus. Aber das ist kein Drama. Das ist der Lauf der Dinge. Abgesehen von Reenactmentdarstellern möchten heute die wenigsten einen Suebenknoten, Reifrock, bunt gemusterte Strumpfhosen, Bruche, Schnabelschuhe, etc. tragen.
Abgesehen von strenggläubigen Christen betet heute keiner mehr täglich, geht regelmäßig beichten und besucht mindestens einmal die Woche die Messe. All das waren jedoch einmal Bestandteile deutscher Kultur und Traditionen.

Es ist in meinen Augen ok, lieber für sich sein zu wollen und Neues oder Veränderung für sich selbst abzulehnen. Aber dann sollte diesem Menschen klar sein, dass seine Meinung nicht allgemeingültig ist. Weder hat er das Recht, über das Belieben anderer zu bestimmen, noch hat er das Recht über die Bevölkerung in diesem Land zu bestimmen. Jeder darf sich gerne zurück ziehen und darüber entscheiden, wen er in sein Haus oder seine Wohnung lässt. Doch darüber hinaus geht sein Recht nicht.

Über eines sollte sich jeder jedoch im Klaren sein. Angst ist und bleibt ein schlechter Ratgeber und erst recht, wenn jemand versucht, die eigene Angst auf jemand anderes zu schieben. Wenn ich Angst habe, etwas zu verstehen, dann wird es Zeit, sich damit zu befassen. Und wer meint, dass ich doch nur Formen von Missbrauch oder Misshandlung unterstützen will, der irrt. Missbrauch und Misshandlung sind nie in Ordnung. Aber auch so etwas verändert keiner mit Ablehnung sondern stehts nur mit Aufklärung. Abgelehnte Menschen sind weiterhin unwissend. Nur im Verborgenen. Wo es still und leise gären kann. Menschen abzuweisen bedeutet am Ende, vor bestehenden Problemen die Augen verschließen zu wollen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber die Probleme sind deswegen nicht weniger existent.

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Über Felis Saeva

Ü-35. Spirituelle Sanitäterin, heidnische Hexe, Runenwerferin, Baumschmuser, Buchstabenverdreher. Herzmensch, Piratenbraut und Katzensklavin. Herz und Seele vom Efeutraum (siehe Links). Liebe ist das Beste was wir geben und empfangen können.
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